Was ist kontrollierte Naturkosmetik?

Labels zur Orientierung

Der Begriff „Naturkosmetik“ ist in Europa leider gesetzlich nicht geschützt. Somit sind wider Erwarten oft chemische Inhaltsstoffe in Produkten vorhanden, die als „bio“ und „natürlich“ beworben werden.

Aus diesem Grund sind zur Orientierung für den Verbraucher kontrollierte Naturkosmetikprodukte mit Labels gekennzeichnet. Die Labels garantieren, dass zur Herstellung der zertifizierten Produkte ausschliesslich Rohstoffe benutzt werden, die strengen Vorgaben entsprechen. Dies bedeutet, dass nur bestimmte Rohstoffe eingesetzt werden dürfen und es Richtlinien für die Gewinnung, Erzeugung und Verarbeitung dieser Rohstoffe gibt. Zudem spielen die ökologische Verträglichkeit jedes Produkts, also umwelt- und ressourcenschonende Herstellungsverfahren, die optimale Abbaubarkeit von Rohstoffen sowie der sparsame Einsatz recycelbarer Verpackungsmaterialien eine wichtige Rolle. Auch der Tier- und Artenschutz wird berücksichtigt.

Die folgende Auswahl an Labels hilft Verbraucherinnen und Verbrauchern Natur- und Biokosmetik zu identifizieren, die diesen Namen auch wirklich verdient:

  • BDIH
  • NaTrue
  • Ecocert
  • Demeter

Allerdings ist es so, dass vor allem kleinere Naturkosmetikfirmen sich die Zertifizierung nicht leisten können. In diesem Fall führt kein Weg an der Überprüfung der Inhaltsstoffe vorbei.

Ziele der Naturkosmetik

Naturkosmetik soll Körper, Geist und Seele verwöhnen und setzt somit der konventionellen Kosmetik ein grundlegend anderes Konzept und andere Produkte entgegen. Sie betrachtet die Körperpflege ganzheitlich: von innen durch eine gesunde Lebensführung und von aussen durch natürliche Produkte, welche die Funktionen der Haut unterstützen, anregen und verbessern und die Haut vor äusseren aggressiven Einflüssen schützen. Zudem lindert sie oft „Entgleisungen“ der Haut, normalisiert, harmonisiert und verbessert das Hautbild.

Inhaltsstoffe zertifizierter Naturkosmetikprodukte

In zertifizierten Naturkosmetikprodukten sind natürliche Rohstoffe wie beispielsweise kaltgepresste, wertvolle Pflanzenöle, Fette und Wachse, Kräuterextrakte, Blütenwasser und natürliche ätherische Öle enthalten.

Folgende Substanzen hingegen sind in kontrollierter Naturkosmetik garantiert nicht enthalten:

  • synthetische Farbstoffe (z.B. aromatische Amine in Haarfarben)
  • synthetische Duftstoffe (z.B. polyzklische Moschusverbindungen)
  • Verwendung von Rohstoffen toter Wirbeltiere (wie z.B. Nerzöl, Walrat usw.)
  • Silikone
  • Paraffine und andere Erdölprodukte
  • PEG
  • Parabene
  • gentechnologisch hergestellte Substanzen
  • mit Nanotechnik in Berührung gekommene Stoffe

Weitere spannende Informationen findet man im Internet auf den Homepages der entsprechenden Labels. Zudem gibt es das App „Codecheck Info“, mit dem man beim Einkauf den Strichcode eines Produkts einscannen kann und sofort Informationen zu den entsprechenden Inhaltsstoffen bekommt.

Die Haut muss sich umstellen

Wenn man von konventioneller Kosmetik auf Naturkosmetik umsteigt, kann es anfangs passieren, dass die Haut „rebelliert“. Die Pflege mit natürlichen Mitteln beeinflusst wichtige Funktionen der Haut positiv und kann Prozesse bewirken, die mit einer Ernährungsumstellung zu vergleichen sind. Eingelagerte Schlacken und Giftstoffe werden nach aussen abgegeben und es können Unreinheiten entstehen. Dieser Umstellungsprozess dauert in der Regel etwa 4 Wochen.